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Gedanken, Bilder, Töne in der Zeit der Corona-Epidemie

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Zum Bild: "Komm, Herr, segne uns ..." von Julia Kunze

Bobachtungen und Gedanken von Pfr. Martin Eerenstein

20.09.20

An diesem Wochenende holen wir die Konfirmation in zwei Gottesdiensten und mit reduzierter Besucherzahl nach. Ähnlich hat das Evangelische Gymnasium den Abiturgottesdienst in mehreren Abschnitten in der Haardter Kirche gefeiert.

Ist das ein anhaltender Trend, dass Großveranstaltungen nicht mehr stattfinden können und man stattdessen in kleineren exklusiven Veranstaltungen zusammen kommt? Zumindest in der Kirche war das schon vor Corona ein Trend, dass Heilig Abend, zur goldenen Konfirmation und bei anderen ähnlichen Anlässen weniger Menschen kommen. Aber es gibt doch breite Bevölkerungsgruppen, für die Großveranstaltungen sehr wichtig sind: Fußballspiele, Pop-Konzerte, Technoparties, Stadtfeste, Weihnachtsmärkte, ... . Was geschieht, wenn die dahinter liegenden Bedürfnisse auf diese Art nicht mehr befriedigt werden können? Welchen Ersatz gäbe es da?

Oder wird es den Mensch als Masse nicht mehr geben? Gibt es die Masse in Zukunft als Echoraum im Internet? Oder nimmt die Individualisierung zu?

Ich mache hier auf einen Aufsatz des Zukunftsforschers Matthias Horx aufmerksam. Er hat beschrieben, wie Corona unser Leben auf Dauer verändern kann. Wichtig finde ich, dass er diesen Entwicklungen positive Seiten abgewinnt. Deshalb empfehle ich: "Die Welt nach Corona" von Matthias Horx

Martin Eerenstein

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Bild zum Lied "Komm, Herr, segne uns ..." von Julia Kunze gemalt und übermittelt.

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Corona ist eine Zeit für Einzelgänger. Sie halten schon immer lieber Abstand zu ihren Mitmenschen. Die Regeln zum Infektionsschutz, die auf eine Vereinzelung der Menschen hinauslaufen, können die Individualisten mit Erleichterung erfüllen. Man muss keinem mehr um den Hals fallen und sogar der möglichst verbindliche Händedruck entfällt.

Allerdings braucht auch der hartgesottenste Eigenbrötler ab und zu menschliche Nähe. Wenigstens ein geselliges Beisammensein ist schon mal nötig, um den inneren Sozialakku wieder aufzuladen.

Wie viel mehr trifft es da diejenigen, die Kontakte, Berührung und Begegnungen wie die Luft zum Atmen brauchen.

Aus Berührung wird Rührung

Vom Gemeinschaftsbett zur sozialen Distanz unserer Gegenwart: Die Corona-Krise beschleunigt einen Wandel unser Alltagskultur, der Parallelen zum 18. Jahrhundert aufweist.

Von

DIE ZEIT Nr. 22/2020, 20. Mai 2020

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übermittelt von Martin Eerenstein