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Corona ist eine Zeit für Einzelgänger. Sie halten schon immer lieber Abstand zu ihren Mitmenschen. Die Regeln zum Infektionsschutz, die auf eine Vereinzelung der Menschen hinauslaufen, können die Individualisten mit Erleichterung erfüllen. Man muss keinem mehr um den Hals fallen und sogar der möglichst verbindliche Händedruck entfällt.

Allerdings braucht auch der hartgesottenste Eigenbrötler ab und zu menschliche Nähe. Wenigstens ein geselliges Beisammensein ist schon mal nötig, um den inneren Sozialakku wieder aufzuladen.

Wie viel mehr trifft es da diejenigen, die Kontakte, Berührung und Begegnungen wie die Luft zum Atmen brauchen.

 

Nun gibt es eine corona-konforme Lösung, die beide zufrieden stellen könnte: Geselligkeit im Freien. Die Infektionsgefahr ist draußen geringer als in geschlossenen Räumen. Draußen darf man jetzt Sport treiben, Singen und auch gemeinsam Essen - alles mit einem gewissen Abstand, aber ohne Atemschutz. Das kommt allen entgegen.

Und es eröffnet eine neue Begegnungskultur. Ich persönlich würde mich gerne viel öfter draußen treffen - auch ohne Coronabedrohung. Wir haben jetzt bei beiden Kirchen und Gemeindehäusern schöne Freiflächen, wo das möglich ist. Es hat etwas Urtümliches und Freies. Und es ist auch gesund. Man bewegt sich mehr. Es ist nur gut, wenn man Stühle und Tische holen und wegbringen muss. Da spart man sich das Fitness-Studio. Man kommt sich näher. Und auch das Essen draußen zu verzehren, kann seinen Charme haben.

Wenn man dann noch mit dem Fahrrad oder zu Fuß kommt, hat man viel für seine innere und äußere Gesundheit getan.

Mancher wird einwenden: „Draußen ist es mir zu warm oder es ist mir draußen zu kalt.“ - Nun, das ist vor allem eine Frage der Kleidung. Und als Schutz vor Sonne oder vor Regen kann ein Dach hier und da helfen.

Der Spaß ist jedenfalls für mich draußen größer. Und es macht einen stark und widerstandsfähig. Beides ist wichtig, um einer Corona-Infektion widerstehen zu können.

Neben den Schutzmaßnahmen sollte doch jeder sehen, dass er und sie so gesund wie möglich ist. Und gesund wird man, wenn sich im Freien bewegt und lebt.

Vieles spricht also dafür, sich draußen viel mehr als bisher gewohnt zu treffen. „Im Freien überleben“. Das könnte unser Motto sein - auch, wenn wir schon längst gegen den neuen Virus geimpft sind.

von Martin Eerenstein